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Geschäftsbericht 1996

Diese Seite beinhaltet die für die Allgemeinheit interessantesten Artikel (oder so hoffe ich zumindest).

Inhalt

VORWORT

Sehr geehrte Aktionärin
Sehr geehrter Aktionär

Der Rechnungsabschluss 1996 der Oensingen-Balsthal-Bahn ist erfreulich. Der Unternehmungserfolg wurde durch Senkung der ungedeckten Betriebskosten verbessert. Und der Kostendeckungsgrad von 66 % liegt in der Skala bei den schweizerischen Transportunternehmungen im oberen Drittel.


Kostendeckungsgrad der Oensingen-Balsthal-Bahn

Diagramm der Kostendeckung 1988-1996

Was ist geschehen ?

«Ergebnisverbesserung durch Ertragssteigerung» heisst die Antwort.

Die Fragen: Wo und wie könnt ihr mehr Erträge erwirtschaften? sind viel zukunftsgerichteter als die längstens auswendig gelernten Fragen - die uns regelmässig bei Tagesbeginn begleiten -: Wo und wie könnt ihr mehr Kosten einsparen?

Im Industrieareal in der Klus liegt für unsere Region, aber auch für den Kanton Solothurn ein strategisches Erfolgspotential. (sEp)

Die TELA AG nutzt es vorübergehend mit der Auslagerung der Produktionstätigkeit von Niederbipp und beweist damit bei der OeBB das Funktionieren des Modells «Ergebnisverbesserung durch Ertragssteigerung».

Strategien sind langfristige Verhaltensmuster zum Erreichen von Zielen, und betriebsfähige Eisenbahnen sind Betriebssysteme mit langfristigen Betriebsmitteln und Infrastrukturen.

Also müssen wir dem Werkplatz Klus-Balsthal das System Eisenbahn langfristig zur Verfügung stellen.

Eine wichtige Produktionseigenschaft der Eisenbahn ist die Verbundproduktion.

Personenverkehr, Güterverkehr und Nebengeschäfte wickeln sich auf derselben langfristigen Infrastruktur ab. Es ist das Drei-Bein-Prinzip, das von Natur aus stabil ist. Die Anwendung der Deckungsbeitragsrechnung - mehr Ertrag im Güterverkehr verbilligt den Personenverkehr - hilft weiter stabilisieren.

Personenverkehr

Kommerzielle Untersuchungen haben ergeben, dass die Oensingen-Balsthal-Bahn auf absehbare Zeit im regionalen Personenverkehr auf der Jura-Südfuss-Linie keine Fahraufträge erhält. Der betrieblich/technische Rationalisierungsmechanismus (Idee OeBB/VCS) wird hingegen bei der neuen Linienführung Moutier-Olten im Abendbetrieb angewendet, und die jährlichen Betriebskosten-Einsparungen betragen für den Kanton Solothurn ca. 1 Mio. Franken.

Damit hat die OeBB keine Möglichkeit, den Sektor Personenverkehr zu stärken.

Neue Lage - Lagebeurteilung - Massnahmen

Die Verantwortlichen der Oensingen-Balsthal-Bahn haben aufgrund der neuen Situation einen zukunftsgerichteten Denk- und Planungsprozess ausgelöst.

Der Verwaltungsrat befasst sich

1. mit der Neuausrichtung der Unternehmungsstrategie

und

2. mit der Neuausrichtung der Führungsstruktur

Der Prozess hat das Ziel, die Dienstleistungen zugunsten unserer Region zu stärken und auszubauen und heisst:

Veränderungen aus eigenem Antrieb.






Auf einen Blick


1995 1996 Veränderung
in %
Verkehrsleistungen
Beförderte Personen 420 607 404 981 - 4,0
Beforderte Gütertonnen 65 298 64 102 -2,0
Erfolgsrechnung
Ertrag Reiseverkehr 429 844 423 807 -1,4
Ertrag Güterverkehr 394 861 525 009 + 32,9
Nebenertrag 192 553 267 618 + 39,0
Personalaufwand 1 511 346 1 529 928 + 1,1
Sachaufwand 678 215 764 501 + 12,7
ordertlche Abschreibungen 109 241 127 200 + 16,4
Unternehmungserfolg *) - 949 620 +9' 641 *)
Personalbestand 18,6 17,8 - 5,5



*) Aufgrund des revidierten Eisenbahngesetzes (in Kraft ab 1.1.96) wurde das Leistungsentgelt (Abgeltung für gemeinwirtschaftliche Leistungen) im Berichtsjahr entrichtet. Die Abgeltung ist im Ertrag verbucht und bewirkt einen positiven Unternehmungserfolg von Fr. 91 641.-.






Reiseverkehr


[Bild des BDe 4/4 mit einem ABDe 4/8]

Nach wie vor sind die Morgenzüge während der Hauptverkehrszeit erfreulich stark frequentiert. Bei einem Zug, in den oft 250 Fahrgäste einsteigen, bieten wir ein zusätzliches Angebot durch Ankuppeln eines weiteren Triebwagens.

Gesamte Benützung der Bahn, mehr oder weniger Fahrgäste, folgt .....

Abends mit der OeBB vor die Haustür ....

heisst das neue Versuchs-Angebot während des Winters 1996/97.

Bei Ankunft der Züge in Balsthal um 21.10 Uhr, 22.10 Uhr und 23.19 Uhr - Zeiten, wo kein Postauto mehr fährt - steht ein Kleinbus bereit und führt die Fabrgäste nach Hause.






Güterverkehr

Die Produktionsverlagerung der TELA AG in die Klus hat einen sprunghaften Anstieg bei den Güterwagenbewegungen ausgelöst. Zur problemlosen Bewältigung des Mehrverkehrs haben uns die SBB einen alten, abgeschriebenen Mehrzweck-Triebwagen des Typs BDe 4/4 überlassen.

Der Triebwagen ist leistungsstark und bietet mit dem Personenabteil bei jedem Güterzug auch eine Fahrgelegenheit im Personenverkehr.

Obwohl Gütermehrverkehr eingetreten ist, sind die beförderten Gütertonnen von 65 298 (1995) auf 64 102 (1996) gesunken. Der Grund liegt im Wegfall von schwergewichtigen Bimskies-Güterzügen für die BAUKA-Werke, verglichen mit der Zunahme von voluminöseren aber leichteren Gütern.

[TELA-Spezial-Güterwagen]
TELA-Recycling geht neue Wege: Aschetransport in gemieteten Spezialwagen.
[Eine Kuh wird in Balshtal in einen Güterwagen verladen]
Viehtransporte, immer noch ab und zu mit der Eisenbahn.


Indische Lokomotiven queren die OeBB

[Bild der Indischen Lok beim Bahnübergang Thalbrücke]
Bild der Indischen Lok beim Bahnübergang Thalbrücke

Im Berichtsjahr sind mehrere Lokomotiven für die indischen Staatsbahnen - die in der Schweiz hergestellt wurden - auf dem Strassenweg vom Herstellerwerk nach den Rheinhäfen transportiert worden. Das indische Eisenbahnnetz hat eine breitere Spur, verglichen mit dem schweizerischen, sodass der Schienentransport nicht in Frage kam.